Baugenehmigung für den Pavillon – Das müssen Sie wissen

Gartenpavillons sind nicht nur ein dekorativer Blickfang für Ihr Eigenheim, sondern sorgen als Rückzugsort für die nötige Ruhe und bieten ein ideales Ambiente für Feierlichkeiten. Pavillons werten Ihren Garten in vielerlei Hinsicht auf. Prüfen Sie vor der Anschaffung, inwiefern eine Baugenehmigung für Ihren Pavillon erforderlich ist. In dieser Checkliste finden Sie alle wichtigen Details.  

Baugenehmigung für den Gartenpavillon: Was sagt das Baurecht?

In Deutschland gibt es das private und das öffentliche Baurecht. Das Bauordnungsrecht wird in den einzelnen Landesbauordnungen der Bundesländer geregelt. Somit gibt es keine einheitliche Regelung, die besagt, dass Gartenpavillons baugenehmigungspflichtig sind. Das kann von Bundesland zu Bundesland variieren. Gebäude ohne Toiletten, Aufenthaltsräume oder Feuerstätten sind beispielsweise in den meisten Landesbauordnungen als genehmigungsfrei verzeichnet.

Landesbauordnung

Die Landesbauordnungen der Bundesländer basieren alle auf einer Musterbauordnung, die von der Bauministerkonferenz ständig aktualisiert wird. Somit ähneln sich die Regelungen der Bundesländer in einigen Punkten. Welche Anforderungen und Formalitäten für ein Bauvorhaben im Allgemeinen notwendig sind und wann eine Baugenehmigung nötig ist, wird auf Länderebene in jeder Landesbauordnung einzeln geregelt.

Einige Fakten zur Landesbauordnung:

  • 16 Bundesländer heißt 16 teils unterschiedliche Landesbauordnungen: Zuständigkeit liegt bei dem jeweiligen Bundesland.
  • Enthalten sind Informationen zu Abmessung, Höhe und Abstand zum Nachbargrundstück.
  • „Verfahrensfreie Vorhaben“ sind nicht baugenehmigungspflichtig.

Bebauungsplan

Der Bebauungsplan weist bebaubare Flächen auf dem Grundstück aus und enthält Vorgaben zu den Gestaltungsmöglichkeiten. Beispielsweise ist dort geregelt, ob eine bauliche Anlage im Bereich des Vorgartens errichtet werden darf, oder wie hoch ein Zaun sein darf. Innerhalb der von Bauordnung und Bebauungsplan gesetzten Grenzen benötigen Sie keine Baugenehmigung. Werden die Beschränkungen jedoch überschritten, ist ein Antrag notwendig. Deshalb spielt der Bebauungsplan bei der Frage, ob ein Pavillon genehmigungspflichtig ist oder nicht, auch eine Rolle.

Einige Fakten zum Bebauungsplan:

  • Grundlage ist das Baugesetzbuch (§ 9 BauGB).
  • Ein Bebauungsplan existiert grundsätzlich dann, wenn sich Ihr Haus in einem Wohngebiet befindet, das in den letzten 80 Jahren bebaut wurde.
  • Nebenanlagen dürfen oftmals nur innerhalb von Baugrenzen errichtet werden.
  • Einsicht in den Bebauungsplan: im Bauordnungsamt, bei Gemeindeverwaltung, dem Stadtplanungsamt oder in vielen Kommunen mittlerweile auch online.

Pavillon-Baugenehmigung
– Ja oder Nein?

Ob ein Pavillon genehmigungspflichtig ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Es kommt nicht nur darauf an in welchem Bundesland Sie leben, auch die folgenden Faktoren können darüber entscheiden, ob Sie eine Baugenehmigung für Ihren Pavillon benötigen.

Die zugelassene Größe Ihres Pavillons richtet sich nach der jeweiligen Landesbauordnung Ihres Bundeslandes. So ist beispielsweise in Bayern und Brandenburg eine umbaute Fläche bis zu 75 Kubikmetern genehmigungsfrei. Ab 40 Kubikmetern benötigen Sie in Niedersachsen eine Baugenehmigung. Im dicht besiedelten Nordrhein-Westphalen sinkt die Grenze auf 30 Kubikmetern. Im Saarland benötigen Sie bereits ab 10 Kubikmetern eine Baugenehmigung.

Die Grenzbebauung im heimischen Garten richtet sich natürlich auch nach der jeweiligen Landesbauordnung und dem Bebauungsplan. Allerdings darf in den meisten Landesbauordnungen eine Gesamtlänge von neun Metern nicht überschritten werden. In jedem Fall sollten Sie Ihren Nachbarn über Ihr Vorhaben in Kenntnis setzen, um mögliche Unstimmigkeiten in der Nachbarschaft zu vermeiden.

Bei der maximalen Höhe einer Grenzbebauung findet man in den meisten Bauverordnungen der Länder eine einheitliche Regelung: Eine Grenzbebauung ist bis zu einer Höhe von maximal drei Metern möglich.

Eine bauliche Anlage, die laut der verschiedenen Landesbauordnungen unter bestimmten Voraussetzungen eine Genehmigung erfordert, wird wie folgt definiert:

 

„Bauliche Anlagen im Sinne der BaustellV sind mit dem Erdboden verbundene und aus Baustoffen oder Bauteilen hergestellte Anlagen (einschließlich Gebäudetechnik). Eine Verbindung mit dem Erdboden besteht auch dann, wenn die bauliche Anlage durch eigene Schwere auf dem Boden ruht.“

Quelle: https://www.bfga.de/arbeitsschutz-lexikon-von-a-bis-z/fachbegriffe-a-b/bauliche-anlage-fachbegriff/

 

Versuchen Sie deshalb nicht, eine eventuelle Baugenehmigung Ihres Pavillons zu umgehen, indem Sie den Pavillon nicht fest im Boden verankern. Sobald er durch eigene Kraft auf dem Boden steht, handelt es sich um eine bauliche Anlage.

© ELEO Pavillon

Unsere Tipps an Sie

Grundsätzlich darf in jedem Garten ein Pavillon errichtet werden. Entscheidend sind dabei die Größe des Pavillons und Ihr Wohnort. Diese Faktoren entscheiden darüber, ob eine Baugenehmigung für Ihren Pavillon benötigt wird oder nicht. Unsere Pavillons sind größtenteils genehmigungsfrei. Unsere Modelle Siena, Milano, Florenz und Verona weisen jeweils eine Maximalhöhe von 3 m vor. Sie entsprechen somit den Vorgaben der meisten Bauverordnungen. Ausnahme ist unser Modell Toskana mit einer Höhe von 3,4 m. Eine umfängliche Sicherheit bekommen Sie jedoch durch das zuständige Bauamt Ihres Wohnortes.

Zusammengefasst: Ihre Checkliste zum rechtlich sicheren Kauf Ihres Gartenpavillons:

  • Informieren Sie sich vor dem Kauf über die Rechtslage in Ihrem Bundesland.
  • Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn, vor allem im Falle einer Grenzbebauung.
  • Verankern Sie in jedem Fall Ihren Pavillon.